Sünching, Rosenmontag 2012  

Schäfflertanz erfreute Alt und Jung

Geiselhöringer Schäfflergruppe tanzte vorm Sünchinger Caritas-Altenheim

Mehrere 100 Schaulustige ließen es sich nicht nehmen, am Rosenmontag den Schäfflertanz vorm Sünchinger Caritas-Alten- und Pflegeheim zu sehen. Nur alle sieben Jahre findet dieses "Schauspiel" statt. Die über 150 Jahre alte Schäfflertanzgruppe des Turnvereins Geiselhörig war mit ihrer Formation auf Tour und machte vor dem Caritas-Haus in Sünching halt. Bürgermeister Erwin Rist dankte auf einem Holzfass stehend für die beeindruckende Darbietung. Die Mitarbeiter des Altenheimes verkauften Bratwurstsemmeln, selbst gebackene Amerikaner oder "Kiachl" und sorgten für beste Stimmung. Auch für die trockenen Kehlen gab es natürlich etwas. „Genau das ist es, was wir wollen. Leben und Bewegung in und vor unserem Haus“, sagte Heimleiter Manfred Lichtl. So kamen auch die Bewohner in den Genuss, einmal live den Schäfflertanz zu sehen. Jeder große und kleine Zaungast bekam sein rotes Herzchen auf die Wange. Dann verabschiedeten sich die Schäffler. Schließlich warteten an anderen Orten bereits die nächsten, die den Tanz sehen wollten.

Schäfflertanz vor dem Caritas-Alten- und Pflegeheim Sünching 
Schäfflertanz vor dem Caritas-Alten- und Pflegeheim Sünching

 

Schäfflertanz vor dem Caritas-Alten- und Pflegeheim Sünching
Schäfflertanz vor dem Caritas-Alten- und Pflegeheim Sünching

 

Schäfflertanz vor dem Caritas-Alten- und Pflegeheim Sünching
Schäfflertanz vor dem Caritas-Alten- und Pflegeheim Sünching

 

Zusatz-Info zum „Schäfflertanz“

Die Schäffler, Fassbinder, Fassmacher, Böttcher oder Küfer waren früher die Handwerker, die Holzfässer für Bier, Wein usw. hergestellt haben. Wie bei jedem Handwerk gab es auch für die Schäffler eine eigene Zunft, die Schäfflerzunft. Als im Pestjahr 1517 die Stadt München trotz der nachlassenden Epidemie noch immer unter einer fürchterlichen Angst und Trauer stand, waren es die Angehörigen der Schäfflerzunft, die wieder als erste auf die Straßen gingen und mit ihren Tänzen den Gram und die Sorge der Bewohner vertrieben. Seit dieser Zeit wird der Brauch jedes siebte Jahr wiederholt.

Seit etwa 1830 wurde der "Münchener Schäfflertanz" durch wandernde Schäfflergesellen auch in andere Orte gebracht. Ab etwa 1860 nehmen sich vor allem die Turnvereine des Tanzes an und kopieren den Münchener Tanz oder entwickeln ihn weiter. So verbreitet sich der Schäfflertanz dann auch in Orte wie zum Beispiel nach Partenkirchen, Wasserburg, Murnau, Mühldorf, Frontenhausen, Eggenfelden, Mainburg, Kelheim, Landshut und auch nach Geiselhöring.

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